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Kunst? Was ist das?

15.11.2021

In stimmungsvollem Nebel machten sich am vergangenen Freitag über den Vormittag verteilt alle Schüler der Lindenschule mit ihren Lehrerinnen auf, um die Ausstellung der Kunst-Lese Murr zu besuchen. Dabei spazierten sie aber nicht einfach nur durch die Weinberge und bestaunten die Exponate, die da so zwischen den Weinstöcken thronten, sondern sie trafen sich mit sechs Künstlerinnen und Künstlern, die sie an ihren Ausstellungsorten empfingen. Die erste Station war an der Honatskelter, wo wir auf Sigrid Baumgärtner trafen. Sie hatte das Kunstwerk „Der kleine Bär“ geschaffen. In de Formation des Sternenbilds „Kleiner Bär“ schauen sieben getöpferte Köpfe in den Himmel. Frau Bumgärtner erzählte uns von Ihrer Art zu arbeiten und wozu sie durch Geschichten aus der griechischen Mythologie inspiriert wurde. Wir wissen jetzt sogar, warum das Sternenbild des kleinen Bären einen so langen Schwanz hat!

Weiter ging es durch die Weinreben zu Rose Hajdu, einer Archtekturfotografin. Sie beschäftigt sich in ihrer Ausstellung mit den „Treppenaugen“ und zeigte uns scheinbar unterschiedliche Bilder von ein und derselben Treppe. Der Besuch bei ihr hat mit Sicherheit unser Auge für verschiedene Treppen geweckt und außerdem wissen wir nun, woher der Bonatsbau am Stuttgarter Bahnhof seinen Namen hat!

Bei Michalela Fischer lernten wir die Sonnenanbeterin kennen. Wenn man sie so sieht, würde man nicht unbedingt denken, dass ihre beiden Teile einst zu einer ganz anderen Figur gehörten.

Dass man alte Ding neu verwerten kann, sahen wir unterwegs zu unserem nächsten Standort. Auf dem Weg zu Otto Beers „Transformation“ kamen wir an der „Presse“ und am „Wengertkollöschen“ vorbei, die die Kinder beeindruckten, wie sie einfach so am Wegesrand auftauchten.

Auch Otto Beer hat mit seiner „Transformation“ aus Altem Neues geschaffen, indem er alte Weinreben zu einem Wengerthäuschen verarbeitete. Davor darf die Weinkönigin thronen und das Gesicht in die Sonne strecken. In unserem Fall hielt sie es dem Nebel entgegen und sofort wurden Ideen geboren, ob man denn der Weinkönigin einen Mantel umhängen solle, oder ob man ihr nicht einfach einen Umhang aufmalen könne.

Hedwig Rössle gab uns mir ihren Bildern, Geschickten und Trommeln einen kurzen Blick nach Afrika. Bei so einer Begegnung rückt dann das Ferne und Unvorstellbare plötzlich sehr viel näher, wird greifbar und lebendig. Ganz sicher bin ich nicht die Einzige, die zum ersten Mal Antilopenhörner gesehen hat!

Den Abschlussbesuch tätigten wir bei Peter Schmidt, der Kleines groß und Großes klein werden ließ. Der Brauch von „Brot und Salz“ wird allen wieder mehr in Erinnerung sein und sollte einer von uns selbst in Zukunft mit diesem Geschenk jemanden willkommen heißen, wird er vielleicht an diesen Vormittag zurückdenken.

Durchgefroren aber voller Eindrücke kamen wir am Ende dieses Vormittags in die Schule zurück. Viele Gedanken und Ideen wurden in den einzelnen Klassen in Gesprächen ausgetauscht, jeder hatte Unterschiedliches für sich mitgenommen. Aber bestimmt hat ein Viertklässler für alle gesprochen, als er meinte: „Ich wusste gar nicht, dass Kunst so cool ist!“

Vielen Dank an alle sechs Künstlerinnen und Künstler, die sich so viel Zeit für uns genommen haben und uns die weite Palette an Kunst näher gebracht haben. Vielen Dank an Herrn Beer, der diese Aktion initiiert hat und ein großes Dankeschön an unsere Frau Bidlingmaier, die uns als Schule Teil dieser Kunst-Lese-Murr werden ließ.

Sabine Lörcher

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